So klappt es mit den guten Vorsätzen!

03.01.2026 / Pfarrer Guido Hepke, Evangelische Kirchengemeinde Weilburg

Im neuen Jahr fange ich mit dem Laufen an, sagt mein Freund. Ein anderer Kumpel will im Januar den Keller aufräumen und nach Jahren endlich die Fußleisten im Flur anbringen. Ein dritter möchte sich mehr Zeit für das Spielen mit seinen Enkelkindern nehmen.


Jetzt ist die Zeit der guten Vorsätze. In der Silvesternacht nehmen sich viele Menschen etwas vor – für das neue Jahr. Ich gehöre auch dazu.
Aber warum ist das eigentlich so? Die Tage rund um den Jahreswechsel sind etwas ruhiger. Viele haben Urlaub. Silvester lädt dazu ein, zu bilanzieren: Was war gut in diesem Jahr? Was möchte ich verändern? Gibt es Dinge, die ich im neuen Jahr anders machen will – oder besser?


Der Jahreswechsel bietet sich für gute Vorsätze an: Mit Schwung und Energie starte ich in die selbstgewählte Veränderung. Aber was ist, wenn die Ferien wieder vorbei sind? Dann verdrängt der Alltag mit all seinen Anforderungen ganz schnell die guten Vorsätze. Es gibt wieder Pizza aus dem Tiefkühlfach. Dabei hatte ich mir fest vorgenommen: Im neuen Jahr koche ich nur noch selber.


Veränderungen brauchen Zeit. Nur so bekommen neue Routinen wirklich einen Platz in der alltäglichen Normalität. Veränderungen brauchen Geduld. Scheitern gehört dazu – und die Entschlossenheit, nicht hinzuwerfen. Ich kann und darf meine guten Vorsätze wieder und wieder beginnen.


Mir macht die Jahreslosung Mut. Die Ökumenische Arbeitsgemeinschaft für das Bibellesen sucht jedes Jahr einen Bibelvers aus - als Orientierungshilfe für das neue Jahr. 2026 ist das ein Vers aus der Offenbarung: „Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!“ (Off. 21,5). Es wird keine Tränen mehr geben und keinen Tod. So heißt es dann weiter. Stattdessen: einen neuen Himmel und eine neue Erde. Die Jahreslosung weitet meinen Blick: Gott begleitet mich nicht nur hier und jetzt, sondern bis in alle Ewigkeit. Am Ende wird alles gut.
Das tröstet, wenn es nicht so klappt mit den guten Vorsätzen. Vor allem: Das ermutigt mich zum Neuanfangen und Weitermachen. Denn ich weiß: Ich bin nicht alleine unterwegs. Gott begleitet mich – und freut sich mit, wenn es klappt mit den guten Vorsätzen. Ob es dabei nun um Fußleisten geht oder um das Spielen mit den Enkelkindern. Mit Gottvertrauen geht so viel mehr.