Pfingstmomente

25.05.2026 / Pfarrer Guido Hepke, Evangelische Kirchengemeinde Weilburg

Die Bibel erzählt: Menschen versuchen, so zu sein wie Gott. Sie bauen in Babylon einen hohen Turm. Das Bauwerk soll bis in den Himmel hineinragen. Um Gott zu erreichen. Um über Gott zu bestimmen. Das Unternehmen misslingt. Der Turm stürzt ein. Gott straft die machtgierigen Menschen mit der sprichwörtlich babylonischen Sprachverwirrung.


Diese mythische Geschichte erzählt beispielhaft: Wenn Menschen versuchen, wie Gott zu sein, dann geht das nicht gut aus. Wenn Menschen versuchen, über andere zu herrschen, dann geht die gemeinsame Sprache verloren. Das geschieht in der großen Politik genauso wie im privaten Umfeld. In biblischen Zeiten genauso wie heute.


Pfingsten zeigt: Es geht auch anders. Die Freunde von Jesus vertrauen auf Gott. Sie sind Feuer und Flamme für das, was Jesus gesagt hat. Sie sind begeistert von dem, was Jesus gemacht hat. Also gehen sie auf den Marktplatz. Sie laden ein - in die Gemeinschaft, die von Jesus ausgeht. Die Menschen verstehen die Freunde. Selbst wenn sie eine andere Sprache sprechen, begreifen sie: Gottvertrauen ist möglich – genauso wie ein gutes Miteinander. Die babylonische Sprachverwirrung – sie wird Pfingsten aufgehoben.


Etwas ähnliches geschieht auch heutzutage. Immer dann, wenn Menschen auf Gott vertrauen, dann kommen die anderen viel eher in den Blick. Immer dann, wenn Menschen sich an Jesus orientieren, geht es gerechter und fairer zu in dieser Welt.


Was würde Jesus wohl machen – jetzt, in dieser Situation? Wenn Menschen sich diese Frage stellen, dann erleben sie auch heute noch Pfingstmomente.


Die Sehnsucht nach Frieden macht an keinen Grenzen halt. Gerechtigkeit gilt allen Menschen. Verständigung ist möglich.


Pfingsten erinnert daran: Wir können einander verstehen, auch wenn wir ganz unterschiedliche Sprachen sprechen. Das geht, wenn wir einander gelten lassen – und mit ganz viel Gottvertrauen.