Energiequellen

12.04.2026 / Dekan Johannes Jochemczyk 

Zunächst: Wo die Straße von Hormus liegt, weiß inzwischen jedes Kind. Diesen Namen wird man so schnell nicht mehr vergessen. Seit dort keine Öltanker mehr passieren können, steigt bei uns der Spritpreis in astronomische, nie für möglich gehaltene Höhen. Alle diejenigen, die auf ihr Auto angewiesen sind, spüren dies enorm. Aber auch der Rest der Bevölkerung ist von den Preissteigerungen betroffen. Alles was transportiert wird, wird teurer.

Das ist natürlich sehr ärgerlich. Niemand möchte das. Aber es zeigt uns, wie sehr wir wirtschaftlich miteinander vernetzt sind. In Friedenszeiten funktioniert alles gut, doch wehe wenn nicht! Dann spüren wir das alle. Sofort. Und selbst dann noch, wenn der Konflikt 4500 Kilometer entfernt ist. Man lernt daraus: Niemand kann es sich leisten auf einer Insel der Glückseligen alleine zu sitzen.

Der Krieg im Nahen Osten zeigt uns nachdrücklich: Wenn durch einen Krieg das globalvernetzte Wirtschaftssystem ins Stocken gerät, können wir als Zivilbevölkerung kaum etwas dagegen ausrichten, höchstens immer wieder betonen, wie es Paulus im Römerbrief ausdrückt: „Ist’s möglich, soviel an euch liegt, so habt mit allen Menschen Frieden.“

Ein zweites beschäftigt mich in diesem Zusammenhang. Wir sind in der gemeinsamen geteilten Welt immer miteinander vernetzt. Aber wovon wir uns abhängig machen, ist damit noch längst nicht entschieden. Wir setzen in den meisten Industrienationen noch immer auf fossile Brennstoffe. Es ist der Energieträger, der unsere Wirtschaft und unsere Mobilität am Laufen erhält. Es ist aber auch gleichzeitig eine Energieform, die nachweislich dem Klima schadet, endlich ist und uns in Abhängigkeiten hinein führt. Sonne und Wind dagegen haben diese genannten Nachteile nicht. Natürlich muss man sie technisch nutzbar machen, das kostet. Im Prinzip aber sind diese Ressourcen kostenlos.

Noch ein dritter Gedanke zum Schluss: Wenn Energieressourcen knapp werden, ist das kritisch. Das gilt für die Wirtschaft, aber auch für uns selbst. Denn auch wir brauchen Energie. Lebensenergie nennt man dies. Gerade in schwierigen Zeiten wird diese manchmal knapp. Gute Freunde und Familie können dann neue Energie geben, manchmal schlicht auch der Moment in dem man „Sonne tankt“.  Kraft und Stärke verspricht uns aber auch Gott: Den „Müden gibt er Kraft, den Ohnmächtigen mehrt er die Stärke!“ (Jes. 40,29). Hier steckt Energie, die man immer anzapfen kann: 24/7, unabhängig und kostenlos.