Mit Gefühl- 7 Wochen ohne Härte

22.02.2026 / Pfarrerin Doris Volk-Brauer

Nach der Faschingszeit kommt die Fastenzeit. Masken, Perücken, Kostüme, sie werden abgelegt und weggeräumt. Gut verstaut für die nächste Saison.


Jetzt heißt es sich gut zu sortieren: Kehr aus oder kehr ein? Wie wollen wir es halten? 7 Wochen Zeit, um sich zu besinnen bis zum Osterfest. Zu fasten, Einkehr zu halten und raus zu kehren, was zu viel ist und rein zu holen, was fehlt. Raus mit der Angst, dem Ärger, der Scham, dem Frust und der Traurigkeit und rein mit der Dankbarkeit, der Fröhlichkeit, der Kraft und der Warmherzigkeit. Das gilt in der Partnerschaft, der Familie, in unseren Gemeinden genauso wie in der großen und kleinen Politik.


Wie gut passt dazu das Motto der Fastenaktion der evangelischen Kirche: Mit Gefühl! Sieben Woche ohne Härte!


In der ersten Woche können wir wie König Salomo bitten: Mein Gott! Gib mir ein hörendes Herz. Der junge Salomo ist gerade König geworden und weiß weder ein noch aus. Da ist Stolz und Angst, der Wunsch alles richtig zu machen und das erdrückende Gefühl den Erwartungen nicht gerecht werden zu können.


Da erscheint ihm im Traum Gott und spricht zu ihm: Was immer du bittest, will ich dir geben. Und Salomo bittet um ein hörendes Herz. Er will verstehen, was anderen wichtig ist, sich einfühlen können. Und wohl auch Zugang finden zu dem, was in ihm selbst los ist.


Ein hörendes Herz - Was höre ich, wenn ich auf mein Herz höre? Was spüre ich? Sehnsucht nach mehr. Mehr Gefühl, wo die Kälte eingezogen.
Ich will mich anrühren lassen von Geschichten des Friedens und der großen Kraft der Güte. Herr, schenke mir ein hörendes Herz, dass nicht weghört und sich gewöhnt, sondern hinfühlt und fragt: Wie geht es dir- wirklich?


Ich wünsche Ihnen und mir ein hörendes Herz und ganz viel Gefühl, das Härte aufbricht.