Wie würde Jesus wohl heute kommen?

29.03.2026 / Pfarrer Pfarrer Guido Hepke 

Die Menschen stehen dicht an dicht. Manche quetschen sich nach vorne. So können sie besser sehen. Andere haben Palmzweige dabei, die sie fröhlich schwenken. Alle jubeln. Jesus reitet auf einem Esel, als er in die Stadt kommt. Die Menschenmenge feiert: Auch wenn Jesus nicht so aussieht – wie ein König zieht er in Jerusalem ein.
Wie würde Jesus wohl heute kommen?


Vielleicht würde er einen Segen sprechen – mitten in der Stadt. So wie das der Papst in Rom macht. Der Segen zeigt: Gott ist bei euch.


Oder Jesus würde sich ans Telefon setzen – vielleicht bei der Telefon-Seelsorge. Den Menschen zuhören. Mit ihnen reden, um deutlich zu machen: Ihr seid nicht allein.
Vielleicht würde Jesus auch mithelfen im Krankenhaus. Patienten versorgen. Wenigstens für einen Moment eine Hand halten. Ein Lächeln schenken.


Vielleicht wäre Jesus auch beim Café International hier bei uns in Weilburg. Hilft mit, wenn sich Geflüchtete durch das Dickicht deutscher Behördenformulare kämpfen. Oder verteilt Kaffee – und vielleicht auch ein Stück Kuchen. Allen soll es gut gehen.


Wenn ich es mir so recht überlege, dann ist Jesus eigentlich längst da. Er wirkt in all den Menschen, die heute einen anderen segnen. Begegnung schenken – am Telefon. Trost weitergeben. Sich für andere einsetzen. Freundlich sind.


Als Jesus damals in Jerusalem einzog, da haben die Menschen das verstanden: Dieser Jesus ist kein normaler König. Seine Macht beruht nicht auf Gewalt oder Reichtum. Jesus ist ein König der Herzen. Ein König des Friedens. Er schenkt uns die Verbindung zu Gott. Jesus zeigt: Der Schöpfer allen Lebens ist auf unserer Seite, was auch immer geschehen mag.
Manchmal spüren wir etwas von seiner Liebe. In einem freundlichen Wort. Im Lächeln eines anderen Menschen. Oder durch einen Segen. Jesus selbst sagt das so: „Ich bin bei euch, jeden Tag, bis ans Ende der Welt.“ Also fürchtet euch nicht. Bleibt behütet.