Mitten in der der närrischen Zeit sind die Fassenacht-Gottesdienste in den Gemeinden Münster und Weyer schon eine Tradition, denn zum mindestens 11. mal ist Gemeindepfarrer Ulrich Finger nicht nur aktiv auf den närrischen Bühnen der Region, sondern feiert auch besondere Gottesdienste in seinen Gemeinden.
In seiner diesjährigen Predigt ging der bärtige Theologe den Wurzeln von Witz und Humor auf den Grund. Über die Welt und über sich selbst lachen – wer das nicht kann, „davor habe ich Angst“. Deswegen werde ein echter Narr auch weiterhin nicht gewaltverherrlichende, frauenfeindliche oder rassistische Reden halten. Müsse sich aber der Gretchenfrage stellen: “Wie hältst du es mit der Religion?“ Dazu wagte er sich auf das dünne Eis des jüdischen Witzes, der seit biblischen Zeiten eine der kräftigsten Wurzeln des Humors ist, wie Finger mit Blick in die Bibel belegen konnte. Und dabei einem neuzeitlichen „völkischen“ Reden den Glauben und die Hoffnung des Volkes Gottes aus allen Nationen entgegenhielt.
Und weil echter Humor stets Grenzen überschreitet, wurde die Kollekte der Fassenacht-Gottesdienste, aufgestockt durch Gelder aus dem Marmeladenpfarramt auch in diesem Jahr wieder der Arbeit der Clowns-Doktoren gewidmet.