Bereits zum vierten Mal stand das „Himmelsvolk“ im Mittelpunkt eines Gottesdienstes, den Imker und Kirchenvorsteher Norbert Friedrich und „Marmeladenpfarrer“ Ulrich Finger mit der Gemeinde feierten.
„Willst du Gottes Wunder sehn, so musst du zu den Bienen gehn“ ist seit Jahren das Überthema der „Bienengottesdienste“ in der Münsterer Kirche. In diesem Jahr stellte Imker Norbert Friedrich das Thema „Schwärmen“ in den Mittelpunkt seiner Ausführungen. Dabei stellt das „Schwärmen“, das Ausziehen eines Teils des Bienenvolkes mit der alten Königin eine Form der Vermehrung durch Teilung dar, deren Ablauf in vielen Schritten beschreibbar ist. Faszinierend dann aber auch, wie ein Volk sein neues Zuhause findet. Spannend dann aber auch, wie seit alters her Imker solche eschwärmten Völker einfangen und ihnen ein neues Zuhause anbieten. – Viel unaufgeregter, als die es sich die vorstellen können, in deren Garten oder an deren Veranda plötzlich eine große Bienentraube hängt.
Das faszinierende Moment des „Schwärmens“ nahm Pfarrer Finger in seinen Predigtgedanken auf – schließlich irritiere es schon, wenn beim Bienenvolk die ältere Bienenkönigin mit einem Teil des Volkes den Stock verlasse, und die Jungen „im gemachten Nest“ bleiben. Wobei Finger diese nachdenkenswerte Spannung noch vertiefte durch die Geschichte von der „unwürdigen Greisin“ aus den Kalendergeschichten Bertold Brechts.
Zum Abschluss überreichte Imker Norbert Friedrich an alle Gottesdienstbesuchenden eine Tube bienenwachshaltige Haut- und Pflegecreme sowie an Gemeindepfarrer Finger eine aus Münsterer Bienenwachs gegossene Kerze in Gestalt des Heiligen Ambrosius, des Schutzheiligen der Bienen, Imker und Wachszieher. Im kommenden Jahr, so Finger, werde es wieder einen regionalen Bienengottesdienst am Festtag Christi Himmelfahrt geben.
Auch in den Gemeindeliedern des Gottesdienstes, die Nicole Ebel an der Orgel begleitete, standen Bienen und das Staunen über Gottes wunderbare Schöpfung im Mittelpunkt.