Tag des offenen Denkmals: Reformation und Orgelmusik in der Weilburger Schlosskirche

veröffentlicht 26.08.2026 von Clemens von Dressler, Ev. Dekanat an der Lahn

Vielfältiges Programm am 12. und 13. September – Evangelische Kirchengemeinde lädt zu Gottesdienst, Führungen und Konzert ein

Am Wochenende 12. und 13. September 2026 öffnen bundesweit zahlreiche historische Gebäude ihre Türen zum „Tag des offenen Denkmals“. Auch in Weilburg erwartet die Besucherinnen und Besucher ein abwechslungsreiches Programm. Unter dem diesjährigen Motto „NetzWERKE: Denkmale und Infrastruktur“ werden zahlreiche historische Orte der Stadt erlebbar.

Die Evangelische Kirchengemeinde Weilburg beteiligt sich mit einem besonderen Schwerpunkt: In der Schlosskirche steht in diesem Jahr das 500-jährige Reformationsjubiläum in Weilburg im Mittelpunkt. Das Programm verbindet dabei Gottesdienst, Geschichte, Kirchenraum und Musik.

Dazu wird es ein ansprechendes Anspiel im Gottesdienst geben. Wir freuen uns sehr, gemeinsam mit den Kooperationspartnerinnen und Kooperationspartnern ein so buntes und umfangreiches Programm anbieten zu können und auf zahlreiche Besucherinnen und Besucher“, sagt Pfarrer Guido Hepke.

Reformation erleben: Gottesdienst und historische Spielszene

Eröffnet wird der Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 13. September, um 10.30 Uhr mit einem Gottesdienst in der Evangelischen Stadt- und Schlosskirche. Eine historische Spielszene nimmt die Besucherinnen und Besucher mit in die Geschichte der Reformation und widmet sich dem Thema „500 Jahre Reformation in Weilburg“.

Im Anschluss steht um 12 Uhr die frisch sanierte Orgel der Schlosskirche im Mittelpunkt. Kantor Jonas Dippon stellt das historische Instrument vor und gibt Einblicke in die „Königin der Instrumente“.

Wer die Schlosskirche einmal aus einer ganz anderen Perspektive erleben möchte, kann um 12.30 Uhr bei der Führung „Der Kirche aufs Dach steigen“ mit Kirchenführer Jan Kramer hoch hinauf. Blasebalg, Glockenturm und der historische Dachstuhl mit seinem eindrucksvollen Balkenwerk warten darauf, entdeckt zu werden. Auch der Blick auf die Weilburger Altstadt gehört zu den Höhepunkten. Für die Teilnahme sind Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich; eine Anmeldung unter denkmalstag-weilburg(at)gmx.de ist notwendig.

Schlosskirche entdecken: Geschichte, Architektur und Wein

Um 15 Uhr lädt die Evangelische Kirchengemeinde zu einer besonderen Führung durch die Schlosskirche ein. Unter dem Titel „Wie ist der Kirchenraum zu verstehen?“ geht es unter anderem um die Frage, wo einst der Fürst den Gottesdienst erlebte und warum sich in einer evangelischen Kirche ein Beichtstuhl befindet. Der diesjährige Schwerpunkt „500 Jahre Reformation in Weilburg“ wird dabei mit der Geschichte und Ausstattung des Kirchenraums verbunden. Passend dazu können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei einer Weinverkostung der Oberlahn-Winzer eine Rebsorte kennenlernen, die bereits zu Reformationszeiten bekannt war.

Auch an weiteren historischen Orten ist die Evangelische Kirchengemeinde beteiligt. In Kooperation mit dem Geschichtsverein Weilburg werden am Samstag und Sonntag jeweils um 12 und 14 Uhr Führungen durch die Heilig-Grab-Kapelle und über den Kalvarienberg angeboten. Unter dem Titel „Ein Stück Jerusalem in Weilburg“ geht es um die älteste Kirche der Stadt und die spätmittelalterliche Frömmigkeitsgeschichte des Ortes.

Ein besonderes, inklusives Angebot gibt es am Sonntag um 15 Uhr: Der Geschichtsverein Weilburg lädt gemeinsam mit der Evangelischen Kirchengemeinde zu einer Pop-up-Stadtführung unter dem Titel „Weilburg zum Fühlen, Hören, Riechen und Schmecken“ ein. Die Führung richtet sich insbesondere auch an nicht sehende und sehbeeinträchtigte Menschen, ist aber ausdrücklich für alle Interessierten offen. Auf einer Entdeckungstour durch die Stadt lässt sich unter anderem der Kirchenraum der Schlosskirche akustisch erleben – einschließlich eines besonderen Orgelerlebnisses.

Musik zum Abschluss: Orgel trifft Saxofon

Musikalisch klingt der Tag des offenen Denkmals schließlich um 17 Uhr in der Schlosskirche aus. Zum Abschlusskonzert des „Weilburger Orgelpunkts 2026“ musizieren Kantor Jonas Dippon und der Saxofonist Michael Stemmer auf der frisch sanierten Klais/Sauer-Orgel. Die ungewöhnliche Verbindung von Orgel und Saxofon verspricht einen besonderen musikalischen Abschluss des Tages.

Das Programm in Weilburg wird von zahlreichen Partnerinnen und Partnern gestaltet und bietet neben der Schlosskirche unter anderem Einblicke in das Bergbau- und Stadtmuseum, das Schloss und den Schlossgarten, den Kranenturm, den historischen Eiskeller, das Alte Gymnasium und weitere Denkmale. Auch eine E-Bike-Tour, eine Geo-Schatzsuche auf den Spuren Martin Luthers und der Reformation sowie weitere Führungen gehören zum Programm.

Der Tag des offenen Denkmals lädt damit dazu ein, Weilburgs Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven zu entdecken – und dabei auch die evangelische Kirche und ihre besondere Bedeutung für die Geschichte der Stadt neu kennenzulernen.

Das vollständige Programm mit allen Angeboten und Uhrzeiten ist im Programmheft zum Tag des offenen Denkmals zusammengestellt.