Synode des Evangelischen Dekanats an der Lahn berät über Haushalt, Gebäude und diakonische Arbeit

veröffentlicht 14.03.2026 von Clemens von Dressler, Ev. Dekanat an der Lahn

Mit einem Gottesdienst begann die Synode des Evangelisches Dekanat an der Lahn am Freitagabend.

Dekan Johannes Jochemczyk und der stellvertretende Dekan Achim Schaad gestalteten diesen gemeinsam mit den Kirchenmusikern Martin Buschmann und Jonas Dippon. In diesem Rahmen wurden der Vorsitzende der Dekanatssynode Detlef Dern, die neue Gemeindepädagogin Leonie Blömacher sowie die neue Klinikseelsorgerin Pfarrerin Susanne Kahlbaum für ihren Dienst gesegnet.

In seiner Predigt nahm Dekan Johannes Jochemczyk die Fastenaktion „7 Wochen ohne“ auf und sprach über zunehmende Härte im gesellschaftlichen Umgang miteinander. Gerade in Zeiten von Veränderungsprozessen komme es darauf an, trotz unterschiedlicher Positionen respektvoll miteinander zu ringen. Auch im Vorfeld der Synode sei um Zukunftsfragen – etwa beim Thema Gebäude – intensiv diskutiert worden. Transformation könne nur gelingen, wenn sie ohne gegenseitige Härte gestaltet werde.

Synode eröffnet

Um 18 Uhr eröffnete der Vorsitzende der Dekanatssynode, Detlef Dern, die Sitzung. Von 75 Synodalen waren 61 anwesend, die Synode war damit beschlussfähig.

Ein Grußwort sprach Pröpstin Sabine Bertram-Schäfer. Sie überbrachte die Grüße der Kirchenleitung der Evangelische Kirche in Hessen und Nassau und ging auf aktuelle Entwicklungen in der Landeskirche ein. Finanzielle Veränderungen müssten sich künftig noch stärker an den Zielen kirchlicher Arbeit orientieren. Zudem warb sie bereits für eine hohe Beteiligung an der Kirchenvorstandswahl im Jahr 2027.

Veränderungen in der Verwaltung

René Fünders, Leiter der Regionalverwaltung Nassau Nord, berichtete über Entwicklungen im Bereich der kirchlichen Verwaltung. Besonders die sogenannten Erprobungsräume mit Verwaltungsleitungen in den Nachbarschaftsräumen hätten sich als erfolgreich erwiesen. Diese Strukturen könnten künftig auch landeskirchenweit übernommen werden. Ziel sei es, die Verkündigungsteams und Ehrenamtlichen vor Ort stärker zu unterstützen und die Arbeit in den Nachbarschaftsräumen zu stärken.

Kirche und Diakonie gemeinsam stärken

Carsten Höhler, Leiter der Regionalen Diakonie Dillenburg-Limburg, betonte die enge Verbindung von Kirche und Diakonie. Angesichts gesellschaftlicher Herausforderungen sei es wichtig, diakonische Themen sichtbar zu machen. Gleichzeitig wies er auf schwieriger werdende finanzielle Rahmenbedingungen hin. So werde das Angebot „Essen auf Rädern“ in Weilburg zur Mitte des Jahres eingestellt. Höhler rief dazu auf, dass Kirche und Diakonie weiterhin gemeinsam auftreten. Bei den weiteren Beratungen wählte die Synode Pfarrerin Christine Lindemann mit großer Mehrheit in die Mitgliederversammlung der Diakonie Hessen.

Haushalt für 2026 und 2027 beschlossen

Breiten Raum nahm anschließend der Haushalt ein. Vera Weimer aus der Regionalverwaltung stellte den Doppelhaushalt für die Jahre 2026 und 2027 vor. Das Gesamtvolumen beträgt rund elf Millionen Euro. Etwa 85 Prozent entfallen auf den Bereich der Kindertagesstätten, rund 15 Prozent auf das Dekanat selbst. Innerhalb des Dekanatshaushalts bilden der Gemeindepädagogische Dienst mit 41 Prozent sowie die Kirchenmusik mit rund 40 Prozent die größten Arbeitsbereiche. Die Synode beschloss den Haushalt mit großer Mehrheit.

Zusätzlich beantragte Dekan Jochemczyk Mittel für die Aktion „einfach heiraten“, die am 27. Juni 2026 in Runkel stattfinden soll. 

Der Haushalt liegt vom 16. bis 20. März nach Anmeldung im Dekanat öffentlich aus.

Neue Diakoniestiftung gegründet

Große Zustimmung erhielt auch die Gründung einer neuen Diakoniestiftung. In diese Stiftung fließen rund eine Million Euro aus verbliebenen Mitteln der ehemaligen Diakoniestationen Brechen und Weilburg als Stammkapital. Aus den Erträgen sollen künftig diakonische Projekte im Dekanat unterstützt werden.

Gebäudeprozess im Dekanat

Ein weiterer wichtiger Tagesordnungspunkt war der Gebäudeprozess im Dekanat. Die Nachbarschaftsräume stellten ihre Ergebnisse vor. Die Synode stimmte den vorgelegten Vorschlägen der Nachbarschaftsräume mit großer Mehrheit zu.

Berichte aus den Nachbarschaftsräumen

Zum Abschluss berichteten die Nachbarschaftsräume über den aktuellen Stand ihrer Zusammenarbeit, etwa bei der Konfirmandenarbeit, neuen Gottesdienstkonzepten oder gemeinsamen Internetauftritten.

Nach mehr als vier Stunden Beratungszeit endete die Synode gegen 22.10 Uhr mit Luthers Abendsegen, gesprochen von Achim Schaad. Die nächste Tagung der Dekanatssynode findet am 2. Oktober statt. Zu dieser Sitzung werden auch Gäste aus der Partnerkirche in Ghana erwartet.