Joachim Naurath feierlich im Cineplex Limburg verabschiedet

veröffentlicht 05.07.2026 von Clemens von Dressler, Ev. Dekanat an der Lahn

Ein Gottesdienst im Kinosaal – das passte zu Joachim Naurath. Im sehr gut gefüllten Cineplex Limburg wurde der langjährige Inhaber der Profilstelle Bildung und Gesellschaftliche Verantwortung im Evangelischen Dekanat an der Lahn feierlich in den Ruhestand verabschiedet und von seinem Dienst entpflichtet.

Viele Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter waren gekommen, um Danke zu sagen: für jahrelanges Engagement, für besondere Bildungsformate, für gesellschaftliche Impulse, für ökumenische Verbundenheit und für die vielen Brücken, die Naurath zwischen Kirche und Gesellschaft gebaut hat.

Kirche im Kino – ein Ort, der zu ihm passt

Dass die Verabschiedung nicht in einer Kirche, sondern im Kino stattfand, war ein starkes Zeichen. Denn das Cineplex Limburg ist eng mit Nauraths Arbeit verbunden. Mit dem Format „Kirche im Kino“ hat er über viele Jahre Menschen erreicht, die nicht unbedingt sonntags in einer Kirchenbank sitzen, aber offen sind für große Fragen des Lebens.

Auch seine eigene Predigt begann mit einem Kurzfilm. Danach sprach Naurath über die Bergpredigt – persönlich, nachdenklich und auch selbstkritisch. Er sagte, dass er an manchen Stellen noch mehr hätte tun können. Zugleich machte er deutlich, wie sehr ihn die Worte der Bergpredigt immer wieder berührt haben. Ihre Botschaft sei bis heute hochaktuell: in Fragen von Frieden, Gerechtigkeit, Verantwortung und Menschlichkeit.

Kantor Harald Opitz gestaltete den Gottesdienst musikalisch am Keyboard. Dabei griff er auch Filmmelodien auf und ließ seine Musik wie eine Antwort auf die Predigt wirken. Ein herzlicher Dank galt dem Cineplex Limburg für den besonderen Rahmen.

Ein Lebensweg zwischen Wirtschaft, Kirche und Gesellschaft

Pröpstin Sabine Bertram-Schäfer blickte in ihrer Ansprache auf den Lebensweg Joachim Nauraths zurück. Sie erinnerte daran, dass sein Weg nicht geradlinig ins Pfarramt führte. Viele Jahre war Naurath zunächst in der Versicherungswirtschaft tätig, bevor er hauptberuflich in den kirchlichen Dienst wechselte.

Gerade diese Erfahrungen außerhalb der Kirche prägten seinen Blick auf Gesellschaft, Verantwortung und Glauben. In seiner Arbeit im Dekanat suchte Naurath immer wieder den Kontakt über kirchliche Grenzen hinaus: zu Kultur, Bildung, Politik, ökumenischen Partnern und Menschen, die Kirche an anderen Orten begegnen.

Für seinen Ruhestand wünschte Pröpstin Bertram-Schäfer ihm einen Engel, der ihn auf seinem weiteren Weg begleiten möge. Anschließend entpflichtete sie ihn von seinem Dienst. Viele Segensworte machten diesen Moment besonders bewegend.

Dank für einen prägenden Dienst

Dekan Johannes Jochemczyk dankte Joachim Naurath herzlich für seinen jahrzehntelangen Dienst im Dekanat. Er erinnerte an die große Breite seiner Arbeitsfelder: „Kirche im Kino“, Männerarbeit, Studienfahrten, ökumenische Partnerschaften, Bildungsangebote und gesellschaftliche Verantwortung.

Naurath habe das Dekanat mitgeprägt, Netzwerke aufgebaut und immer wieder Impulse gesetzt. Er habe Kirche nicht als geschlossenen Raum verstanden, sondern als Bewegung: hinaus zu den Menschen, hinein in gesellschaftliche Debatten und an Orte des Dialogs.

Nach dem Gottesdienst wurde im Dekanat weitergefeiert. Bei Essen und Kuchen gab es viele Begegnungen, Gespräche und Grußworte. Zahlreiche Menschen nutzten die Gelegenheit, Joachim Naurath persönlich zu danken. Einige waren von weit her angereist, um diesen besonderen Tag mit ihm zu teilen.

Die Stimmung war festlich, herzlich und dankbar. Joachim Naurath zeigte sich sichtlich bewegt – und zugleich glücklich über die große Wertschätzung, die ihm entgegengebracht wurde.

Mit seiner Entpflichtung geht ein prägender Dienst im Evangelischen Dekanat an der Lahn zu Ende. Bleiben werden viele Spuren: als Pfarrer, Netzwerker, Brückenbauer und Mensch.