Die historische Orgel in der Evangelischen Kirche in Wolfenhausen wird restauriert. Das Instrument, dessen Grundzüge auf den Orgelbauer Friedrich Dreuth aus Griedel – heute Griedelbach – und das Jahr 1779 zurückgehen, gilt als bedeutendes Zeugnis der hessischen Orgellandschaft.
Auslöser für die geplante Restaurierung war die jährliche Prüfung der Orgel durch die Orgelbaufirma Hardt & Sohn aus Weilmünster-Möttau im September 2024. In ihrem Gutachten schlug die Firma umfangreiche Reinigungs- und Instandsetzungsarbeiten vor und bezifferte die Kosten zunächst auf rund 20.000 Euro.
Der Kirchenvorstand beschäftigte sich daraufhin mit der notwendigen Orgelmaßnahme und bat die Kirchenleitung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) um finanzielle Unterstützung. Im März 2025 erstellte der Orgelsachverständige der EKHN, Thomas Wilhelm, ein erweitertes Gutachten. Darin wurde ein Gesamtaufwand von rund 40.000 Euro für die Restaurierung veranschlagt.
Wilhelm bezeichnet die Wolfenhäuser Orgel darin als „ein für die hessische Orgellandschaft bedeutendes Instrument, das die wahrscheinlich letzten erhaltenen Teile eines Orgelwerkes der Werkstatt Grieb/Dreuth aus Griedel beinhaltet“.
8.000 Euro für die Restaurierung
Am 18. August 2026 stellte die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen gemeinsam mit weiteren Fördermittelgebern die geplante Restaurierung vor. Dazu waren Vertreterinnen und Vertreter des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen, der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, der Kreissparkasse Weilburg, der EKHN, der Orgelbaufirma Hardt & Sohn sowie Pfarrerin Bettina Bender und der Kirchenvorstand in die Evangelische Kirche in Wolfenhausen gekommen.
Dr. Bernhard Buchstab vom Landesamt für Denkmalpflege Hessen überreichte dabei gemeinsam mit der Sparkassen-Kulturstiftung eine Spende in Höhe von 8.000 Euro für die Restaurierung. Das Orgelsanierungsprogramm in Hessen besteht inzwischen seit 26 Jahren. Die Wolfenhäuser Orgel ist das 191. Instrument, das im Rahmen des Programms gefördert wird.
Jörg Klinge, Geschäftsführer der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, betonte, dass es bei der Förderung nicht allein um die Pflege eines wertvollen historischen Instruments gehe. Ebenso wichtig sei es, die Kirchen als kulturelle Begegnungsstätten zu erhalten.
Technische Substanz soll gesichert werden
Orgelsachverständiger Thomas Wilhelm erläuterte bei dem Termin die vorgesehenen Restaurierungsarbeiten. Im Mittelpunkt steht die Sicherung und Reparatur der technischen Substanz der Orgel. Die Arbeiten sollen dazu beitragen, das historische Instrument langfristig zu erhalten und weiterhin für Gottesdienste und musikalische Veranstaltungen nutzbar zu machen.
Marietta Lüders präsentierte außerdem einen Fotoband mit bereits restaurierten Orgeln, der die Entwicklung des Orgelsanierungsprogramms dokumentiert. Nach Abschluss der Arbeiten soll auch die Wolfenhäuser Orgel darin ihren Platz finden.
Für die passende musikalische Gestaltung des Nachmittags sorgte Organist Peter Schneider-Ludorff. Er spielte zwei Orgelstücke. Anschließend stimmten die Anwesenden gemeinsam das Kirchenlied „Nun danket alle Gott“ (EG 321) an.
Die weitere Finanzierung der rund 40.000 Euro umfassenden Restaurierungsmaßnahme erfolgt aus Eigenmitteln der Kirchengemeinde sowie über ein zinsloses Darlehen der EKHN.
Damit soll ein wertvolles Stück regionaler Kirchen- und Musikgeschichte erhalten bleiben – und auch künftig die Freude an der Orgelmusik im Gottesdienst ermöglichen.