Hans Zippert in der Münsterer Kirche: Ungefragte Einblicke

veröffentlicht 16.04.2026 von Pfarrer Ulrich Finger, Ev. Dekanat an der Lahn

Zur Eröffnung der neuen Saison „Literatur in der Kirche“ gab es in der Münsterer Evangelischen Kirche einen der ganz Großen der Literatur zu erleben: Hans Zippert.

Der frühere Chefredakteur der „titanic“, der seit Jahrzehnten Kolumnen in zahlreichen großen Zeitungen schreibt, gab eloquente Einblicke in sein Schaffen - mit Laptop, Beamer, Leinwand und spitzer Zunge nahm er die Weltpolitik und „den Menschen an sich“ aufs Korn erntete bereitwillig Schmunzeln und gefälligen Beifall.  

Ausgehend von der Frage, wie man denn unsterblich wird, verwarf er angesichts der Weltlage alle probaten Vorschläge, identifizierte zielsicher die wichtigsten Religionen Deutschlands und klärte mit seinen berühmten Tortengrafiken über die Religionszugehörigkeiten der bundesdeutschen Haustiere auf. 

Biografisch illustrierte er den Beginn seiner Berufstätigkeit als Mitarbeiter im Zentralen Briefabgang in Bielefeld und erläuterte tiefsinnig Fragen der Klassengesellschaft in Zügen der Deutschen Bahn.

Fast schon „standing ovations“ bekam er für seine Ausführungen, warum er nicht gut sei im Bett und analysierte pointensicher das Schlafverhalten der Bundesbürger in Realität und Sprachgebrauch besonders im Blick auf Hotelbetten. 

Nach einer kurzen Pause ließ er – nach einem medial eingespielten Interview mit Reinhold Messner, dem bekanntesten Bergsteiger der Welt, die begeisterte Zuhörerschaft teilnehmen an seinem letzten großen Projekt: Der Besteigung der jeweils höchsten Berge aller 16 deutschen Bundesländer. Schließlich sind diese 16 Berge mit insgesamt 12888 Meter deutlich höher als der Mount Everest. 

Zum Abschluss äußerte Zippert noch ungefragt seine Meinung zum Vorschlag des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs zur Einführung einer Promillehöchstgrenze fürs Fahrradfahren, um sich mit seinem Erstlingsgedicht an seine Heimatstadt Bielefeld vom Publikum in Münster zu verabschieden. 

Im Anschluss an seinen Vortrag hatte Zippert noch eine Weile zu tun. Denn viele der Besucherinnen und Besucher baten ihn, Bücher und Zeitungskolumnen zu signieren. 

Musikalisch gerahmt wurden die Worte des Zippert durch Gemeindepfarrer Ulrich Finger, der Kinder- und Pfadfinderlieder zur Gitarre zum Besten gab. Gabriele Rittig hatte zuvor ihren jahrzehntelangen Freund und Weggefährten aufs Wärmste begrüßt.