Feierlicher Gründungsgottesdienst für die Evangelische Gesamtkirchengemeinde Mittleres Lahntal

veröffentlicht 21.01.2026 von Clemens von Dressler, Ev. Dekanat an der Lahn

Mit einem festlichen Gottesdienst in der Kirche in Seelbach ist am Sonntag, 18. Januar 2026, die Evangelische Gesamtkirchengemeinde Mittleres Lahntal offiziell gegründet worden. Zahlreiche Besucher*innen aus allen beteiligten Orten waren gekommen, um diesen besonderen Moment gemeinsam zu feiern – feierlich, freudig und mit spürbarer Aufbruchsstimmung.

Seit dem 1. Januar 2026 bilden die bisherigen Ortskirchengemeinden Aumenau, Seelbach, Steeden, Schadeck, Runkel und Limburg gemeinsam die Evangelische Gesamtkirchengemeinde Mittleres Lahntal. Am Vortag hatte sich bereits der neue Gesamtkirchenvorstand konstituiert. Zum Vorsitzenden wurde Volker Fachinger gewählt, seine Stellvertreterin ist Pfarrerin Susanne Stock.

Der Gottesdienst wurde von mehreren Mitgliedern des Verkündigungsteams gestaltet und musikalisch abwechslungsreich begleitet. In Liedern, Gebeten und Texten wurde deutlich, dass hier nicht nur eine neue Struktur gefeiert wurde, sondern ein gemeinsamer Weg in die Zukunft beginnt.

Ein zentraler Moment des Gottesdienstes war die Einführung und Segnung des Verkündigungsteams sowie des Gesamtkirchenvorstandes. Zum Verkündigungsteam der neuen Gesamtkirchengemeinde gehören Katrin Adams, Corinna Felski, Christian Grän, Lea Heiger, Jutta Koslowski, Harald Opitz, Markus Stambke und Susanne Stock. Gemeinsam mit den ehrenamtlich Engagierten vor Ort tragen sie künftig Verantwortung für die seelsorgerliche und geistliche Arbeit in der Region.

In einem dialogischen Teil wurden Verkündigungsteam, Gesamtkirchenvorstand und Gemeinde jeweils gefragt, ob sie bereit seien, ihren Dienst, ihre Verantwortung und ihre Unterstützung in der neuen Gesamtkirchengemeinde einzubringen. Alle drei antworteten sichtbar bewegt: „Ja, mit Gottes Hilfe.“

Die Predigt hielt Dekan Johannes Jochemczyk. Ausgehend von der Jahreslosung „Siehe, ich mache alles neu“ (Offenbarung 21,5) ordnete er die Gründung der Gesamtkirchengemeinde als bewussten Schritt des Aufbruchs ein. Strukturen, so der Dekan, seien notwendig, aber niemals Selbstzweck. Gemeinde zeige sich nicht in Zuständigkeiten oder Grenzen, sondern darin, wie Christinnen und Christen miteinander umgehen und Verantwortung füreinander übernehmen.

Angesichts von Fachkräftemangel, zurückgehenden finanziellen Ressourcen und vakanten Pfarrstellen sei das Zusammenrücken in einer Gesamtkirchengemeinde kein Verlust, sondern eine Chance: Grenzen zu überschreiten, Abschied von Gewohntem zu nehmen und neue Freiräume zu gewinnen. Dekan Jochemczyk machte deutlich, dass Kirche gerade dann lebendig bleibe, wenn sie bereit sei, sich zu verändern – im Vertrauen darauf, dass Gottes Geist diesen Weg begleitet.

Mit einem Blick auf den biblischen Auszug Israels aus Ägypten erinnerte er daran, dass Aufbruch und Freiheit nicht ohne Unsicherheit zu haben seien. Auch das Murren gehöre manchmal dazu. Entscheidend sei jedoch das Vertrauen darauf, dass Gott mitgeht und versorgt – damals wie heute.

Im gemeinsamen Gebet wurde dieser Neubeginn Gott anvertraut: mit Dank für alles, was bereits geleistet wurde, und mit der Bitte um Kraft, Liebe und Besonnenheit für die kommenden Aufgaben. Mit dem Segen am Ende des Gottesdienstes wurden alle Beteiligten auf ihren Weg in der neuen Gesamtkirchengemeinde gesendet.

Die Gründung der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde Mittleres Lahntal markiert damit nicht nur einen organisatorischen Schritt, sondern einen geistlichen Aufbruch – getragen von vielen Engagierten, von Vertrauen und von der Hoffnung, dass Gott auch in neuen Formen Kirche lebendig werden lässt.