Evangelisches Dekanat an der Lahn

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    Auf was ist Verlass?

    23.07.2023 / Pfarrer Johannes Jochemczyk

    Auf der Titelseite des Wochenmagazins "Der Spiegel" waren letztens vier unterschiedliche Fotos abgedruckt. Alle Fotos zeigen prominente Personen in einer besonderen, öffentlichen Situation. Bundeskanzlerin a.D. Angela Merkel steht in einem bunten Kleid in türkisblauem Wasser im Meer, Papst Franziskus tanzt mit Sonnenbrille in einer Disko ab, der ehemalige Präsident Donald Trump sitzt in einer orangenen Gefangenenkluft im Gefängnis und Greta Thunberg fliegt in einem Privatjet und schaut dabei lächelnd und zufrieden mit einem Getränk in der Hand in die Kamera.

    Eines haben die vier Fotos gemeinsam: Sie sind nicht echt. Es sind durch Computer generierte, mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellte Bilder. Sie sind reine Fiktion. Das Magazin betitelt seine Seite darum auch mit dem Slogan "Das Ende der Wahrheit".

    Bisher waren wir es ja gewöhnt, dass ein Bild mehr aussagt als tausend Worte. Einem Foto trauten wir mehr zu, als wenn jemand etwas erzählt. Ein Foto bildete die Realität ab. Ein Foto war ein Stück Wahrheit aus der Vergangenheit. Ein Foto war Beweisstück: "So ist es gewesen!"

    Im Privaten ist das auch wohl noch so. Wenn wir uns z.B. Fotos von Familie, Kindern oder Urlauben anschauen, dann ist das ein verlässlicher Blick in die Vergangenheit, der uns daran erinnert, wie (schön) es damals war. Fotos werden zwar schon seit langem bearbeitet, dekoriert, verändert. Fotobearbeitung ist nichts Neues und eine kreative Möglichkeit. Aber schon dann, wenn wir auf einem Gruppenfoto eine Person weg retuschieren oder hinzufügen, verlassen wir die Realität.

    Inzwischen werden Fotos aber nicht mehr nur mit einer Kamera erstellt, sondern durch Computer komplett generiert. Die Bilder sind perfekt. Man kann sich nicht mehr sicher sein, ob ein Foto eine echte, reale Situation darstellt oder reine Fiktion ist. Und das ist bedenklich. Es ist vor allem dann bedenklich, wenn mit falschen Fotos Meinung erzeugt und Politik gemacht wird. Und es wird kriminell, wenn jemand ganz bewusst mit computergenerierten falschen Fotos die Öffentlichkeit beeinflussen und täuschen will. Tatsächlich können wir uns auf Fotos also nicht mehr verlassen.

    Die Wahrheit ist an ihr Ende gelangt.

    Nicht jedoch wenn es um unseren Glauben geht. Gott begegnet uns nicht mit Lug und Trug sondern in Liebe und Wahrheit. Das Wort Jesu, "Ich bin die Wahrheit!" (Joh. 14,6), bekommt im Zusammenhang mit unserem Thema darum ein ganz neues Gewicht. Wenn wir uns schon auf kaum mehr etwas verlassen können - und leider auch nicht mehr auf die Echtheit von Fotos, so schön sie sein mögen - Jesu Christus bleibt echt, die Wahrheit, darauf können wir uns verlassen.

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