Evangelisches Dekanat an der Lahn

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    Zeit der Versöhnung

    11.12.2021 / Dekan Manfred Pollex

    Der kleine Junge steht da wie versteinert. Es fehlen ihm die Worte. Die Situation scheint ihn überwältigt zu haben, denn er steht vor keinem Geringeren als Papst Franziskus. In einer Fragestunde für Kinder wird der große Kirchenmann die Fragen der Kleinen beantworten. Doch der Junge bringt kein Wort heraus. Dabei hat er eine Frage auf dem Herzen, die ihn sehr quält. Ein Mitarbeiter macht dem Jungen Mut. Halb schiebt er ihn, halb trägt er ihn in die Arme von Franziskus. Da bricht es aus dem Kleinen heraus. Erst in einem herzergreifenden Weinen. Als der Junge sich gefangen hat, flüstert er dem Papst eine Frage ins Ohr und erlaubt ihm, seine Frage laut auszusprechen: „Ist mein Vater im Himmel, obwohl er nicht in die Kirche gegangen ist? Mein Vater war ein toller Papa!“ Sein Vater war vor Kurzem gestorben. Als Atheist hat er seine vier Kinder dennoch taufen lassen. „Gott ist stolz auf deinen Papa“, sagt der Papst zu dem kleinen Jungen. „Es ist leichter für gläubige Menschen, ihre Kinder taufen zu lassen, als für Ungläubige. Du kannst sicher sein, dass Gott das gefallen hat.“

    Ein mutiger Junge und ein starker Vater. Es führen viele Wege zu Gott. Der Junge ist mit dieser Antwort des Papstes nun versöhnt – mit seinem Vater und mit Gott. Alles ist gut und der Schmerz über den verlorenen Papa wird so vielleicht ein bisschen erträglicher.

    Und wir Erwachsene? Für uns geht es im Advent auch um Versöhnung. Wir singen von offenen Türen und weiten Herzen, damit der einziehen kann, der unser Versöhner ist. Am Heiligen Abend spätestens sollte auch unsere eigene Versöhnung vollzogen sein. Denn wie kann man den Heiligen Abend, wie kann man Weihnachten feiern und mit anderen Menschen unversöhnt bleiben? Nichts passt besser zu Weihnachten, dem Fest der Versöhnung. Wer sich versöhnt, oder es zumindest anstrebt, tut nichts anderes, als dieses Weihnachtsgeschenk Gottes an uns weiter zu geben. Und damit ehrt er Gott.

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