Evangelisches Dekanat an der Lahn

Angebote und Themen

Herzlich Willkommen! Entdecken Sie, welche Angebote des Dekanats zu Ihnen passen. Über das Kontaktformular sind wir offen für Ihre Anregungen.

    AngeboteÜbersicht
    Menümobile menu

    Menschlichkeit ist mehr als eine Floskel

    28.05.2022 / Dekan Manfred Pollex

    „An jedem x-beliebigen Tag…irgendwo auf der Welt wird jemand gefangen genommen“, so schreibt Peter Benenson am 28. Mai 1961, heute vor 61 Jahren, in der britischen Zeitung „The Observer“, „wird gefoltert oder hingerichtet, weil seine Ansichten oder Religion seiner Regierung nicht gefallen.“ Mit seinem Artikel „Die vergessenen Gefangenen“ legt der Londoner Rechtsanwalt den Grundstein für „amnesty international“- „Begnadigung unter den Völkern“.

    In jenem Jahr wurden zwei Studenten in Portugal verhaftet, weil sie auf Portugiesisch „Freiheit" riefen, als sie in einem Restaurant miteinander angestoßen haben. Das Land war zu dieser Zeit eine Diktatur. Das Wort „Freiheit" zu sagen, war in Portugal verboten. Die beiden Studenten wurden verhaftet und mussten für sieben Jahre ins Gefängnis. Heute geschieht Ähnliches, wenn jemand in Russland das Wort „Krieg“ ausspricht.

    Peter Benenson las von diesem Fall. Er fand die Situation ungeheuerlich und wollte den beiden Studenten helfen. Deshalb schrieb er in einer Zeitung über diese Ungerechtigkeit und ähnlichen Beispiele. Benenson rief die Leser dazu auf, ihre jeweiligen Regierungen anzuschreiben und die Freilassung von Menschen zu fordern, die zu Unrecht im Gefängnis saßen. So fanden immer mehr Menschen zusammen, die sich gegen Ungerechtigkeit und Ungeheuerlichkeiten einsetzen. Amnesty international hat das Ziel, dass weltweit die in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte verankerten Grundrechte gelten und gelebt werden. Die Organisation recherchiert und wird aktiv, um schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen zu verhindern oder zu beenden. AI kämpft seit Jahren gegen Folter und Todesstrafe, für Meinungsfreiheit, faire Gerichtsverfahren und nun auch für die Verwirklichung von wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechten. Weltanschaulich neutral und unabhängig ist AI ausschließlich dem Wohl und der Würde des Menschen verpflichtet und deckt auf, wo diese mit Füßen getreten wird. Die Neutralität in religiöser und politischer Hinsicht ist eine Voraussetzung und Stärke für die weltweite Arbeit.

    Als Christ denke ich dabei unwillkürlich an biblische Worte wie bei Jesaja: „Löst die Fesseln der Gefangenen, nehmt das drückende Joch von ihrem Hals, gebt den Misshandelten die Freiheit und macht jeder Unterdrückung ein Ende! Ladet die Hungernden an euren Tisch, nehmt die Obdachlosen in euer Haus auf, gebt denen, die in Lumpen herumlaufen, etwas zum Anziehen und helft allen in eurem Volk, die Hilfe brauchen!“

    Dank an Amnesty International für 61 Jahre Dienst an der Menschlichkeit.

    Diese Seite:Download PDFDrucken

    to top