Evangelisches Dekanat an der Lahn

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    Gedanken zur Jahreslosung

    Peter Wagner

    22.01.2022 / Pfarrerin Claudia Gierke-Heinrich

    Novak Djoković kennen alle, auch jene, denen Tennis egal ist. Djoković hat sich nicht nur als weltbester Tennisspieler einen Namen gemacht, sondern auch als Impfgegner, der alle rechtlichen Register zog und sich in Widersprüche verstrickte, um bei den Australian Open antreten zu können. Am Ende hatten er und seine Entourage die Bedeutung seiner Person wohl überschätzt. Die australischen Behörden verweigerten ihm das Visum. Der neue Jesus, zu dem ihn sein Vater gekürt hat, musste zum Leidwesen vieler Gleichgesinnter Australien verlassen.

    In der Jahreslosung 2022 heißt es: „Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.“ Kein Zweifel, diese Aussage muss göttlichen Ursprungs sein. Kein Mensch, der ehrlich ist, kann so etwas von sich behaupten. Wir Menschen schlagen anderen schon mal die Tür vor der Nase zu mit dem Hinweis: „Du bleibst draußen! Dich will ich hier nicht!“ Manche Tür öffnen wir erst gar nicht. Wir lassen nicht jeden in unsere Wohnung, in unser persönliches Umfeld, in unser Leben. Nicht einmal in unsere Kirchen kommt derzeit jeder, der das will. Wer sich den Sicherheitsvorkehrungen nicht unterwirft, mit denen der Coronavirus-Pandemie Einhalt geboten wird, der ist in Gottesdiensten nicht willkommen und muss den Andachtsraum verlassen. Impfgegner mögen sich darüber empören, doch solche Schutzmaßnahmen sind vernünftig und verständlich. Genauso wie es sinnvoll ist, eine Haustür abzuschließen, wenn die Möglichkeit besteht, dass ungebetene Gäste Schaden anrichten.

    Wir machen vieles richtig, weil es vernünftig ist. Trotzdem stellt Gottes Wort unser Denken und Handeln immer wieder in Frage. Im Blick auf die Jahreslosung heißt das: Ist es richtig, dass wir nicht jeden Menschen in unser Land lassen, der hinein möchte? Sind wir nicht unbarmherzig, wenn wir uns anderen nicht öffnen und ihnen unser Herz schenken? Sollten wir nicht überdenken, wie wir Menschen Anteil an unseren Gottesdiensten geben können, die sich nicht impfen lassen wollen? Ein Novak Djoković ist nicht Jesus und auch wir sind nur Menschen. Wirklich menschlich werden wir aber erst, wenn wir uns von Gottes Wort immer wieder herausfordern lassen. Mit Christus im Rücken wird uns das auch im neuen Jahr gelingen. Vielleicht werden wir dann weniger Menschen die Tür vor der Nase zuschlagen als im letzten Jahr. Das wäre vielleicht unvernünftig, dafür aber christlich.

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